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Pest
Vorkommen
In verschiedenen Teilen der Welt gibt es noch Herde von Pestinfektionen bei Nagetieren. In Zentral-, Südafrika, Südamerika, sowie im westlichen Nordamerika und Asien kommt die Nagetierpest noch vor.
Erreger
Yersinia pestis.
Übertragung
Die Pest befällt Nagetiere und wird durch Flöhe auf andere Tiere und den Menschen übertragen (Zooenose). Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht bekannt.
Ausnahme: Lungenpest.
Symptome/Erkrankungsbild
Drei Erscheinungsformen sind beschrieben:
Beulenpest mit Schwellung regionaler Lymphknoten, Schmerzen und Eiterbildungen (charakteristische Pestbeulen) nach einem Flohbiss.
Pestsepsis: Verbreitung der Infektion über die Blutgefäße führt zur Meningitis und endotoxischem Schock.
Lungenpest mit schwerer Pneumonie durch Tröpfcheninfektion.
Prophylaxe
Impfung gegen Beulenpest ist möglich, für berufsbedingte Exposition. Wichtig ist, jeglichen Kontakt mit lebenden oder toten Nagetieren zu vermeiden.
Pneumokokken
Vorkommen
Die Pneumokokkeninfektion tritt weltweit auf. Die Hauptursache für schwere Pneumonien bei Kindern unter fünf Jahren ist der Streptoccocus pneumoniae, der vor allem in Entwicklungsländern bis zu 1 Mio. Toten im Jahr führt.
In Industrieländern werden häufig ältere Menschen von Pneumokokkeninfektionen befallen.
Erreger
Streptoccocos pneumoniae.
Übertragung
Die Infektion erfolgt direkt von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion oder oralen Kontakt. Häufig gibt es gesunde, asymptomatische Personen, durch die die Krankheit übertragen wird. Die Resistenz der Penumokokkenstämme gegenüber Antibiotika zeigt die Wichtigkeit einer Impfung.
Symptome/Erkrankungsbild
Zu den Erkrankungen zählen Meningitis, fiebrige Bakteriemie, Otitis media, Bronchitis, Sinusitis, sowie Pneumonie.
Prophylaxe
Pneumokokken-Impfung für alle Personen, die älter als zwei Jahre sind und einem erhöhten Infektionsrisiko unterliegen. In Deutschland wird für alle Personen ab 60 Jahren eine Pneumokokken-Impfung empfohlen. Personen über zwei Jahren zeigen nach Pneumokokken-Impfung einen Immunschutz. Kinder unter zwei Jahren haben keine gute Responderrate. Verwendung findet ein Polysaccharid-Impfstoff, der ggf. nach zwei Jahren erneuert werden muss.
Poliomyelitis/Kinderlähmung
Vorkommen
In fast allen Industrie- und Entwicklungsländern gibt es keine Poliomyelitis-Wildviren mehr. Die restlichen Länder sollen bis 2007 Poliomyelitis frei sein.
Erreger
Es wird durch drei mit einander verwandten Entoroviren verursacht, und zwar die Poliovirustypen 1, 2 und 3.
Übertragung
Die Übertragung erfolgt auf väkal-oralem Wege. In seltenen Fällen kam es auch aufgrund von verunreinigten Lebensmitteln oder verunreinigtem Wasser zu Ausbrüchen. Nach Virusaufnahme findet die Erstinfektion im Darm statt. Die Poliomyelitis ist unter dem allgemeinen Begriff Kinderlähmung bekannt. Eine auftretende Lähmung bleibt ein Leben lang bestehen. Eine Heilung gibt es nicht.
Behandlung
Symptomatisch.
Prophylaxe
Reisende sollten über einen ausreichenden Polioimpfstoff verfügen. Zwei Arten von Impfungen werden angeboten: Die inaktivierte Impfung (IPV), welche als Injektion gegeben wird, sowie die orale Lebendimpfung (OPV). Die Immunität durch orale Lebendimpfung hält offensichtlich ein Leben lang.
Hinweis
Solange die Poliomyelitis noch nicht als offiziell ausgerottet gilt, sollten Reisende durch eine ausreichende Impfung geschützt sein.
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Röteln
Vorkommen
Weltweit.
Übertragung
Tröpfcheninfektion.
Inkubationszeit
14-16 Tage.
Symptome/Erkrankungsbild
1. Phase (ohne Ausschlag): Schmerzhafte Lymphknoten, Kopfschmerzen, Fieber, Nasenschleimhautentzündung, Augenbindehautentzündung.
2. Phase (mit Ausschlag):
Rasche Ausbreitung des Ausschlags vom Gesicht aus, Fieber, Gelenkschmerzen.
Behandlung
Symptomatisch.
Prophylaxe
Impfung möglich, s. Impfplan.
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Schweinegrippe
Schweinegrippe ist eine Viruserkrankung, die meist durch Influenza-Erreger vom Subtyp A H1N1 ausgelöst wird und in der Regel bei Schweinen auftritt. Es ist also eine Tierseuche,Ausbrüche unter Schweinen kommen vor. Wie auch bei der Influenza werden die meisten Fälle von Schweinegrippe zur Herbst- und Winterzeit beobachtet.. Das Virus verändert sich ständig.. Ist ein Schwein von mehreren Erregern gleichzeitig befallen, können durch Genaustausch neue Subtypen von Schweinegrippe-Viren entstehen. Die aktuellen Fälle der Schweine-Influenza sind auf eine Änderung von Schweinegrippe-Viren des Subtyps H1N1 zurückzuführen
Die Schweinegrippe kann vom Schwein auf den Menschen übertragen werden. Die Übertragung von Mensch zu Mensch ist ebenfalls möglich, wie man am Ausbruch in Mexiko beobachten konnte.
Das Virus wird hauptsächlich durch Tröpfchen-Infektion übertragen, also beispielsweise durch Husten oder Niesen. Gelangen die Viren an die Hände, können sie auch als Schmierinfektion weiter übertragen werden
Beschwerden können sein: plötzliches Fieber, Husten, Appetitlosigkeit sowie Müdigkeit. Zusätzlich können Symptome wie Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Halsschmerzen und Schnupfen auftreten.
Es gibt bisher keine Hinweise darauf, dass der Erreger durch Verzehr oder durch die Zubereitung von Schweinefleisch übertragen werden
Bisher gibt es für den Menschen noch keinen Impfstoff gegen den speziellen Erreger der Schweinegrippe. . Ob die herkömmliche Grippeimpfung teilweise Schutz gegen die Schweinegrippe bietet, ist noch nicht geklärt.
Die Schutzmaßnahmen sind wie bei einer herkömmlichen Influenza. So sollte der enge Kontakt zu erkrankten Personen möglichst vermieden werden. Regelmäßiges Händewaschen mit Wasser und Seife schützt vor Erregern und verhindert zugleich, dass sich ein Virus weiterverbreiten kann.
Als Postexpositionsprophylaxe wird das Medikament Tamiflu empohlen.
Erkennen der "Schweinegrippe:
akutes Auftreten von Fieber über 38,5 Grad, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit und Müdigkeit, gelegentlich Durchfall und Erbrechen
Ansteckung:
erfolgt über geringe Distanz auf Schleimhäute beim Husten und Niesen
Wie lange dauert es bis Erkrankung ausbricht?
Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbreitung der Erkrankung scheint wie bei der saisonalen Influenza ein bis vier Tage zu sein. Bei der Dauer der Virenausscheidung wird von einer Woche ausgegangen.
Impfstoff soll ab Ende September zur Verfügung stehen.
Schweres akutes resporatorisches Syndrom (SARS)
Vorkommen
Bisher China (Südchina). Durch Übertragungsinfektionen von Mensch zu Mensch kann die Erkrankung auch in andere Länder importiert werden.
Erreger
Corona-Virus (SARS-Virus), Tiervirus, welches in China erstmals 2003 Menschen infiziert hat.
Übertragung
Durch hustende oder schnäuzende, infizierte Patienten wird Entzündungsflüssigkeit direkt auf andere Personen übertragen, wobei die Hauptübertragungsaktivität in der 2. Krankheitswoche erfolgt. Dies entspricht der maximalen Virusausscheidung.
Symptome/Erkrankungsbild
Anfänglich Fieber, Übelkeit, Muskel-Gelenkschmerzen, teilweise Schüttelfrost. Husten, Durchfall, sowie Kurzatmigkeit sind während der 1. Krankheitswoche typisch. Später kann eine schwere Atemnot hinzutreten. Bei Zweidrittel der schweren Fälle treten massive Durchfälle mit teilweiser Blutbeimengung auf.
Prophylaxe
Keine.
Schistosomiasis/Bilharziose
Vorkommen
Afrika, arabische Halbinsel, Brasilien, Venezuela, Schistotoma japonicum in China, Indonesien und auf den Philippinen. Schistosoma hämatopium in der südlichen Sahara und im östlichen Mittelmeer präsent.
Erreger
Blutegel verschiedener Spezies (häufigster Vertreter Schistotoma mansoni).
Übertragung
Im Süßwasser wird die Infektion durch die Schistosomenlarven (Zerkarien) übertragen, welche sich in Schnecken entwickeln. Die schwimmenden Larven durchdringen die Haut von Menschen. Schnecken infizieren sich über die in menschlichem Urin/Fäkalien ausgeschiedenen Eiern.
Symptome/Erkrankungsbild
Ausgewachsene Egel leben Jahre in den Venen eines Menschen und produzieren Eier, welche die Organe schädigen.
Prophylaxe
Keine. Wichtig ist Direktkontakt mit verunreinigtem Süßwasser zu vermeiden.
Schlafkrankheit/Trypanosomiasis
Vorkommen
Tropische Länder West- und Zentralafrikas.
Erreger
Parasiten der Gattung Trypanosoma brucei gambiense und potensiense.
Übertragung
Durch Stiche infizierter Tse-Tse Fliegen.
Inkubationszeit
Wochen bis Monate.
Symptome/Erkrankungsbild
Schwere Kopfschmerzen, Lymphknotenschwellungen, Schlaflosigkeit, Blutarmut und Hautausschlag. Später Gewichtsverlust, Schädigungen des zentralen Nervensystems. Unbehandelt führt die Erkrankung zum Tode.
Prophylaxe
Keine. Vorsichtsmaßnahmen: Tse-Tse Fliegen stechen tagsüber und sind durch Reppelentien nicht abzuwehren.
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Tetanus
Vorkommen
Weltweit (infizierte, verschmutzte Wunden mit Tetanussporen).
Erreger
Infektion mit Sporen des Clostridium tetani. Die Krankheit wird durch potentes Neurotoxin ausgelöst, welches das Bakterium in abgestorbenem Gewebe produziert.
Inkubationszeit
3-60 Tage.
Symptome/Erkrankungsbild
Bei Tetanus sind die klinischen Symptome Muskelkrämpfe, die zu einer Kiefersperre führen. Hierauf folgen anhaltende Krämpfe der Rückenmuskeln, weitere Muskeln werden befallen. Bei generalisiertem Tetanusanfall ist eine intensivmedizinische Therapie erforderlich.
Prophylaxe
Impfstoff. Im Rahmen der Grundimmunisierung von drei Dosen DTP (Verlinkung zum Impfplan).
Tollwut
Vorkommen
Weltweit bei vielen Tieren. Die meisten menschlichen Infektionen werden in den Entwicklungsländern beobachtet.
Erreger
Tollwut-Virus (Rabtuvirus).
Übertragung
Eine Infektion des Menschen entsteht aus dem Biss eines infizierten Tieres. Der Virus befindet sich im Speichel. Übertragung in Entwicklungsländern erfolgt üblicherweise durch Hunde. Eine Infektion von Mensch zu Mensch wurde bisher nicht beobachtet.
Symptome/Erkrankungsbild
Tollwut führt zu einer akuten Enzephalomyelitis, die ausnahmslos zum Tode führt. Erstsymptome sind Ängstlichkeit mit Fieber, Unwohlsein und Kopfschmerzen. Häufige Nervosität gefolgt von Angstzuständen vor Wasser. Schluckmuskelspasmen, Delirium mit massiven Krämpfen wenige Tage nach Krankheitsbeginn.
Prophylaxe
Impfung für Reisende mit entsprechendem Expositionsrisiko. Wichtig: Keinen Kontakt zu Wild- oder herumstreunenden Tieren! Gründliche Desinfektion einer entsprechenden Bisswunde und sofortige ärztliche Hilfe!
Tuberkulose
Vorkommen
Weltweit.
Erreger
Tuberkulosebakterien (Mycobacterium tuberculosis). Weiterhin ist eine Infektion durch Mycobacterium bovis möglich, d. h. eine Erkrankung an der sog. Rindertuberkulose.
Übertragung
Sie erfolgt von Mensch zu Mensch über die Luft.
Inkubationszeit
4-6 Wochen.
Symptome/Erkrankungsbild
Die meisten Infektionen mit Mycobacterium tuberculosis führen nicht zu einer Erkrankung. Das Risiko an einer Tuberkulose im Leben zu erkranken, beträgt ca. 5 %. Bei Immunschwäche kann dies jedoch erhöht sein. Infizierte Patienten zeigen Nachtschweiß, Appetitlosigkeit, Husten, Müdigkeit, sowie eine gewisse Antriebsschwäche.
Behandlung
Antibiotische Behandlung durch den Arzt.
Prophylaxe
Eine BCG-Impfung ist möglich, hat jedoch für Reisende nur begrenzten Nutzen, kann jedoch in Spezialsituationen für Kinder empfehlenswert sein.
Typhus
Vorkommen
Weltweites Vorkommen. Die Infektion wird durch verunreinigte Nahrungsmittel oder Wasser übertragen. Muscheln aus abwasserverseuchten Gebieten sind eine große Infektionsquelle. Auch der Genuss von rohem Gemüse und Früchten, welche mit Fäkalien gedüngt wurden, kann zu einer Infektion führen. Fliegen können die Salmonellen auf Lebensmittel übertragen.
Erreger
Salmonella typhi (Typhusbakterien).
Inkubationszeit
3-60 Tage.
Symptome/Erkrankungsbild
Es handelt sich um eine Erkrankung unterschiedlicher Ausprägung. Massive Verläufe zeigen Kopfschmerzen, Fieberanstieg, Appetit- und Schlaflosigkeit. Bei Erwachsenen (aber auch größeren Kindern) zeigt sich eher eine Verstopfung als Durchfall. Eine unbehandelte Typhuserkrankung führt zu Vergrößerung der Milz und Leber, verlangsamten Puls, anhaltendem Fieber, sowie Bauchschmerzen. Als Hautausschlag imponieren blasrote Papeln, die auf Druck verschwinden. Bei unbehandelten Fällen entwickeln sich ab der 3. Woche zunehmende Komplikationen, die zum Tode führen. Bis zu 5 % aller Erkrankten werden zu chronischen Krankheitsträgern, da die Typhusbakterien auch nach dem Verschwinden der Symptome in den
Gallengängen verbleiben können.
Behandlung
Antibiotika durch den Arzt, Isolierung des Patienten und Desinfizierung der Kleidung.
Prophylaxe
Suffiziente Impfung.
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